R A L F   Z W E I P F E N N I G

 

Architektur ist für mich mehr als die Addition der einzelnen Gewerke


Als Bauherr möchten Sie ein Haus, in dem es sich „wohnen“ lässt. „Wohnen“ hieß ursprünglich „zufrieden sein“ – und zwar an einem Ort, an dem man sich für lange Zeit gerne aufhält. Als Architekt möchte ich Sie dazu ermutigen, Ihre Messlatte beim Hausbau hoch anzulegen und nicht vor scheinbar „verrückten“ Ideen zurückzuschrecken. Auch wenn das Baurecht, der Kostenrahmen und die Regeln der Baukunst Ihren Wünschen gewisse Grenzen setzen, sind viele Ihrer Vorstellungen sicherlich realisierbar.

Der Architekt Corbusier sprach von der "Übersummenhaftigkeit." Dieser Ausdruck besagt, dass ein Gebäude mehr ist als die Addition der einzelnen Gewerke. Auch ich vertrete diese Ansicht. Die wahre Aufgabe des Architekten besteht darin, Gebäude zu kreieren, die ein stimmiges Ganzes ergeben.

Nehmen Sie sich vor dem Hausbau oder -umbau alle Freiheit zur Planung. Nutzen Sie diese Phase auch dazu, sich Ihrer Lebensgewohnheiten und Bedürfnisse noch bewusster zu werden. Dazu folgende Fragen als Anregung:

Wie soll sich das Verhältnis von Gemeinschaftsräumen und Rückzugsmöglichkeiten gestalten?
Wo findet jeder seinen Lieblingsplatz?
Haben die Kinder genug Raum zum Spielen?
Wie, wann und wofür möchten Sie einen Raum im Laufe eines Tages nutzen?
Wann und wo wünschen Sie sich im Gebäude das meiste Tageslicht?
Wie soll der Zugang zum Garten oder zur Terrasse gestaltet sein?
Wie empfängt das Haus seine Besucher?
Bei der Realisierung Ihres Wunschhauses werden sich Ihnen noch weitere Fragen stellen. Dabei geht es um die Art und die Ausrichtung des Baukörpers, um den Grundriss, um die Raumaufteilung, um die Konstruktionsart, um die Wahl der Materialien und Farben, um die Lichtführung, die Übergänge nach außen, um die Gestaltung des Außenbereiches und, und, und…
Als Bauherr sollten Sie zusammen mit mir die vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten schöpferisch durchspielen, bevor Sie sich auf einen Entwurf festlegen.

Grundrisse sollten übersichtlich und gerade gehalten sein


Kompliziert verschachtelte Grundrisse mit einem hohen Trennwandanteil sind in der Regel nicht nützlich. Lasten werden unnötig spazieren geführt und müssen mit allerlei statischen Kniffen aufgefangen werden. Zudem wird so die Leitungsführung schwierig; all dies treibt die Kosten in die Höhe. Gleiches gilt für vielfach gestaffelte und unterbrochene Fassaden oder modisch - bizarre Dachlandschaften.
Derartige Grundrisse haben selten den passenden Bezugsort und sind dann weder nützlich noch schön, sondern nur teuer.

Ein Raum sollte weder Platz verschenken noch zu sparsam konzipiert sein

Die Räume sollten nicht unnötig groß sein und Platz verschenken. Sie dürfen aber auch nicht zu sparsam konzipiert werden. Räume können durch Blickbeziehungen und geschickte Übergänge in andere Räume sowie in den Außenbereich großzügig erscheinen.

Ein Gebäude soll auch langfristig den wechselnden Bedürfnissen seiner Bewohner gerecht werden

Das Wohnen ist für den Menschen untrennbar mit seiner Existenz verbunden; es ist zugleich ein unmittelbarer, (an)fassbarer Ausdruck der menschlichen Kultur. Im Idealfall spiegelt ein Haus daher die Lebenseinstellung und das Schönheitsempfinden des Bauherrn wieder.

Ein Haus muss sich aus den Vorstellungen und Wünschen des Bauherrn heraus entwickeln, es muss sorgfältig geplant und gebaut werden – denn nur so werden sich die Bewohner eines Hauses hier langfristig wohl fühlen. Die Bedürfnisse eines Menschen beziehungsweise einer Gemeinschaft ändern sich im Laufe der Zeit. Familien bekommen Zuwachs, Kinder werden größer und beanspruchen mehr eigenen Raum, später gehen sie aus dem Haus. Die leer gewordenen Räume müssen umgestaltet werden, damit sie wieder genutzt werden können – zum Beispiel für die Vermietung.

Mit den Jahren entwickeln die Bewohner eines Hauses unterschiedliche Ansprüche an den Raum, den das gemeinschaftliche Zusammenleben einnehmen soll. Unter Umständen wünschen sich einige Bewohner mehr Privatsphäre. Dann müssen entsprechende Rückzugsmöglichkeiten geschaffen werden. Vielleicht möchte auch einer der Bewohner von zu Hause aus arbeiten oder einem Hobby nachgehen und benötigt dafür zusätzliche Räumlichkeiten.

Im Gegensatz zum Fertighaus wird sich ein Haus, das gut geplant ist, diesen Veränderungen ohne Probleme anpassen. Ein solches Haus zwingt seinen Bewohnern keine Lebensgewohnheiten auf, sondern gibt den sich verändernden Bedürfnissen und der Anzahl seiner wechselnden Bewohner Raum: Durch An- und Umbaumöglichkeiten, durch intelligente Technik, durch gut geplante Grundrisse – oder ganz einfach dadurch, dass den Bewohnern auch nach Jahrzehnten viele Gestaltungsmöglichkeiten offen bleiben. Dabei wird ein vorausschauend konstruiertes Haus niemals seinen Charakter verlieren.

Ein Gebäude muss die Umgebung berücksichtigen


Als Bauherr bauen Sie nie im luftleeren Raum, sondern an einem Ort, der vorab durch Menschen gestaltet wurde. Das von Ihnen geplante Haus wird mit der Umgebung in Beziehung treten und muss daher auf diese Rücksicht nehmen. Zugleich wird Ihr Haus die Umgebung auch neu definieren. Ein Haus braucht ein eigenes Gesicht, keine Maske aus der Serienproduktion. Ein gutes Haus ist der verantwortungsvolle Ausdruck seiner Bewohner - Teil eines Ortes und selbst ein lebendiger Ort. Bei einem solchen Haus handelt es um ein „Bauherrenhaus“, das den Wohnwert seines Umfeldes erhöht.

Aber auch die Umgebung bestimmt den Wohnwert eines Hauses. In welchem Zustand befinden sich die Häuser in der Nachbarschaft? Wie wurde das Viertel oder die Siedlung gestaltet? Gibt es in der Nähe Schulen und Kindergärten? Wie steht es um die Einkaufsmöglichkeiten? Wie gut ist die Verkehrsanbindung für berufstätige Pendler?

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, ein Haus zu bauen, sind diese Faktoren für Sie ebenfalls wichtig. Vielleicht verwerfen Sie bei der Analyse der örtlichen Gegebenheiten die Idee, in diesem Umfeld ein Haus bauen zu wollen. Vielleicht ist es in Ihrem Fall günstiger, ein altes Haus zu kaufen, um es danach umzubauen.

Der Vorteil beim Kauf eines Altbaus:


Sie konnten das gewachsene Umfeld in Augenschein nehmen. Sagt Ihnen das Haus als auch die Umgebung zu, sollten Sie aber vor dem Hauskauf immer einen Architekten zu Rate ziehen, denn nicht immer ist die Substanz des Altbaus in Ordnung. Ein Architekt kann darüber hinaus für Sie prüfen, ob sich das Haus für Ihre Nutzungswünsche eignet und ob ein Um- bzw. Anbau möglich ist. Ein guter Architekt wird Ihnen sicherlich überraschende Um- und Anbaumöglichkeiten darlegen. Meistens besitzen Altbauten neben ihrem Charme auch gute, vielfach nutzbare Grundrisse und wertvolle umweltfreundliche Materialien, die handwerklich solide verarbeitet sind.

Bei meiner Arbeit achte ich darauf, dass diese Vorzüge trotz etwaiger Modernisierungs- und Sanierungsarbeiten erhalten bleiben.

Ob Neubau oder Altbau:


Als Bauherr haben Sie es in der Hand, ein Bauherrenhaus zu konzipieren – und zwar durch den kreativen Dialog mit einem engagierten Architekten, auf dessen Wissen und Erfahrung Sie bauen können.